Test MT ICC 3000 SI-N/120A Wechselrichter 3.000 Watt / Ladegerät 12V 120A IUoU

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frank
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Test MT ICC 3000 SI-N/120A Wechselrichter 3.000 Watt / Ladegerät 12V 120A IUoU

#1 Beitrag von frank »

Dieses Gerät ist ein Wechselrichter (3.000 Watt) mit einem integrierten 12Volt Ladegerät mit einer Stromstärke bis zu 120A IUoU.

MT ICC 3000 SI-N/120A

3000_2.jpg
Es gibt von diesem Gerät auch einen kleinen Bruder mit halber Leistung, für Leute, die nicht so viel Power brauchen.

MT ICC 1600 SI-N / 60A

1600_2.jpg
innen.jpg
unten.jpg
Bedienungsanleitungen Mehr Informationen im Büttner Katalog 2022 ab Seite 138


Fernst.jpg
Links ist eine optionale erweiterte Fernbedienung mit einem LCD Display, die kleinere LED Version links gehört zum normalen Lieferumfang. Für Einzelheiten siehe die Bedienungsanleitung.

Es handelt sich um ein zuverlässiges Gerät aus holländischer Fertigung. Dies bemerkt man schon am Gewischt (fast 20kg) im Vergleich mit preiswerten Geräten aus Chinesischer Produktion. Büttner pflegt auch die Firmware des Gerätes weiter und kann dieses bei Bedarf updaten.
Dies mal zur Vorstellung des Gerätes. Ich habe eines der Geräte hier und der Plan ist, dieses in ein neues Wohnmobil einzubauen 7und ausgiebig zu testen und den Einbau hier zu dokumentieren.
Das Gerät lag nun schon viele Monate auf Lager und ich habe auf Anfrage bei Büttner erfahren, das es für dieses Gerät ein Firmware update gibt, welches ich vorher installieren möchte. Ich kenne diese Geräte noch aus Holland, dort hatte schon damit zu tun.
Es gibt für dieses Gerät einen USB Adapter und eine Desktop Software mit deren Hilfe das Gerät konfiguriert und aktualisiert werden kann. Dieser Adapter wird anstelle der Fernbedienung am Gerät angeschlossen und mit dem USB Port eines Notebooks verbunden. Die Geräte die wir damals in Holland hatten liefen noch auf eine alten Firmware, welche keine Unterstützung für Lithium Batterien hatte. Büttner hat die Firmware weiterentwickelt und die Geräte unterstützen auch Lithium Batterien.
Ein Tipp, wenn Sie ein Gerät gekauft haben mit einer Seriennummer niedriger als beginnend mit 232..... , setzen Sie sich mit dem Büttner Kundendienst in Verbindung, für dieses Gerät ist dann möglicherweise ein Firmware Update notwendig.
Eine einfache Anfrage per E-Mail / Kontaktformular unter Angabe der Serien Nummer des Gerätes reicht aus.
Die Release Notes für die Firmware Versionen hat Büttner jedoch nicht herausgegeben. Aber es schadet nicht dies vor dem Einbau abzuklären. Nicht, das man sich hinterher über Fehler ärgern muss, welche Büttner längst behoben hat.
Für den ICC3000 ist die aktuelle Firmware die 1.2.1 Geräte ab Seriennummer beginnend mit 232..... haben diese ab Werk installiert. Unser Wechselrichter ist übrigens zur Zeit bei Büttner zum Firmware update. Und das auf Kulanz, außer dem Porto habe ich nichts bezahlen müssen. Der Kundendienst von Büttner ist übrigens sehr professionell und hilfsbereit.

Die 3000Watt Geräte sind richtig dicke Brocken und wiegen fast 20kg. Die 12 Volt Leitungen haben 95mm² das ist fast Daumen dick. Nur mal so, das Ihr eine Vorstellung davon habt womit wir es hier zu tun haben.
Das Gerät kann kurzzeitig für wenige Sekunden (Psurge) eine Ausgangsleistung von 5000Watt liefern. Dies ist für Geräte, die ein hohen Anlauf Strom haben gedacht. Das Gerät deswegen als 5000Watt Gerät anzubieten wäre aber unlauter.
Für die Montage werden Hochstrom Sicherungen vom Typ Mega und ein Sicherungs Automat kombiniert mit einen FI Schutzschalter benötigt, wie im Schaltplan der Montageanleitung eingezeichnet ist. Für die korrekte Funktion des FI Schutzschalter muss der Dip Switch Nr. 9 auf on geschaltet sein!
Für die Hochstrom Sicherung sollte eine 400Amp. Sicherung verwendet werden, obwohl Die Maximale Stromaufnahme 275Amp. beträgt. Der Grund ist, umso größer die Sicherung, des so kleiner ist der Innenwiderstand und somit der Spannungsabfall an der Sicherung.
Die Sicherung schützt die Verkabelung vor einem Kabelbrand, und nicht das Gerät, wenn ein Kurzschluss aufgetreten ist.

Fi.jpg
Dieser Kombinations Sicherungsschalter ist vorgeschrieben, sobald mehr als ein Verbraucher / eine Steckdose am Ausgang des Wandlers angeschlossen ist. Dies dürfte bei einem Gerät dieser Leistungsklasse immer das Fall sein. Das Gerät an der Fahrzeugmasse erden! Dies ist wichtig damit mehrere angeschlossene Geräte keine Potentialunterschied bei einem Isolationsfehler haben und ein Fehlerstrom abgeleitet werden kann, so das der Schutzschalter auch auslöst.
Da wir es hier mit großen Strömen und gefährlichen Spannungen sowie mit einigen Vorschriften zu tun haben, rate ich allen zu eurer eigenen Sicherheit, die Montage einem Fachmann zu überlassen. Ich bin Elektromechaniker Meister und kenne mich mit diesen Geräten aus. Trotzdem sollte diese Anleitung niemanden unkundigen zum Basteln verleiten.
Vor der Montage, den Standort des Gerätes sorgfältig auswählen. Dabei ist auch die Kühlung unbedingt zu beachten. Bei einem maximalen Wirkungsgrad von 92% können wir mit 10% Verlust rechnen, die als Wärme als Wärme abgeführt werden muss dies sind ca. 300 Watt. Nicht umsonst hat das Gerät 4 Lüfter eingebaut. Unbedingten Vorrang hat hier ein möglichst kurzer Leitungsweg zur Batterie. Für den Anschluss zur Batterie hochflexible Leitung kaufen. Ein Kabel mit einem Querschnitt von 95 oder 120mm² ist nicht leicht zu verlegen. Wem ein 95mm² Kabel zum verlegen zu steif ist, kann auch je 2 x 50mm² parallel legen. Die 12 Volt Kabel müssen so dick wie nötig / möglich und so kurz wie möglich sein. Die 12 Volt Kabel zusammen verlegen und in kurzen Abständen mit Kabelbindern aneinander binden. Die hat folgenden Grund, bei Einschalten entstehen unter hoher Last sehr hohe Stromspitzen. Die dadurch entstehenden elektromagnetischen Felder induzieren Spannungsspitzen in andere in der Nähe befindlichen Kabel Spannungsspitzen. Da im Pluskabel die Ströme in die andre Richtung fließen als im Minuskabel, heben sich bei eng aneinander liegenden Leitungen diese Felder gegenseitig auf. Die Megasicherung sollte, obwohl maximal 275 Ampere fließen können einen Wert von 400 Ampere haben. Wenn die Batterie leerer wird singt deren Spannung, zwangsläufig erhöht sich dann bei gleicher Leistung der Strom. Eine 400 Ampere Sicherung hat einen geringeren Widerstand als ein 300 Ampere Sicherung, also ist bei dieser der Spannungsabfall (Verlust) geringer. Eine mögen sich fragen wozu überhaupt eine Sicherung, schließlich ist das BMS in der Batterie Kurzschlussfest und schaltet bei Überlast ab. Nun, das BMS kann auch "durchknallen" und schaltet dann bei einem Kurzschluss nicht ab. Bei diesen hohen Strömen brennt dann die Bude, die Sicherung ist dann die letzte Rettung. Und noch eine Anmerkung zu den dicken Kabeln, die mit einem Querschnitt von 95 oder 120mm² sind selten in Rot zu bekommen, meist gibt es diese nur in schwarz. Markiert unbedingt die Leitung des Pluspol, in dem ihr etwa roten Schrumpfschlauch an den Enden anbringt oder rotes Isolierband an den beiden Enden als Markierung verwendet. Sollte der plus und der minus Pol verwechselt werden, ist das Gerät hinüber!
Bei der 230 Volt Installation ist zu beachten, das es grundsätzlich verboten ist 12 Volt und 230 Volt Leitungen in gleichen Kabelschächten / Kabelkanälen zu verlegen. Wo dies nicht möglich ist, kann man die 230 Volt Leitung in einen flexiblen Schutzschlauch in den Kabelkanal verlegen. Die Leitungen sind dann ausreichend voneinander getrennt. Für die 230 Volt Leitung würde ich einen Querschnitt von 2,5 mm² verwenden, diese Leitungen dürfen dann ruhig etwas länger sein. Bitte sorgfältig arbeiten und den Nullleiter und die Phase nicht vertauschen. Den Schutzleiter PE sorgfältig anschließen, dieser ist bei einem Isolationsfehler eure Lebensversicherung. Auch sollte man sich Gedanken über die Konfiguration / Auswahl der Geräte Gedanken machen, welche am 230 Volt Ausgang angeschlossen werden sollen. Beispielsweise sollte ein Kühlschrank, welcher auch mit 12 Volt funktioniert oder die Elektroheizstäbe einer Truma Combi Heizung daran nicht angeschlossen werden. Der Kühlschrank läuft elektiver und mit höheren Wirkungsgrad mit 12 Volt und die Truma Combi mit Gas oder Diesel. Eine Klimaanlage, welche nur mit 230 Volt arbeitet, wäre schon ehr ein Kandidat für eine Anschluss an den Wandler.

Ich würde dazu raten, das Gerät vorher auf einer Werkbank provisorisch anzuschließen und die Funktion zu testen. Wenn das Gerät einmal eingebaut ist und sich als defekt erweist ist es mühsam alles wieder auszubauen. Das Gerät schaltet sich übrigens nur ein, wenn eine ausrechend geladene 12Volt Batterie angeschlossen ist. Bei einer neuen Lithium Batterie muss gff. erst mit einem anderen Ladegerät das BMS aktiviert werden um die Batterie einzuschalten.
Und auch die Ladeleistung ist nicht zu unterschätzen, 120 Ampere mal 14,6 Volt (Ladeschlussspannung) sind immerhin 1752 Watt. Man kann durch Einstellungen den Ladestrom auch begrenzen (siehe Anleitung), zu hohe Ladeströme sind nicht gut für die Batterie. Die Leistung einer möglicherweise vorhandenen Solaranlage addiert sich noch dazu, zumindest bei Sonnenschein.

So, zum Testaufbau:
1.) MT ICC 3000 SI-N/120A mit dem kleineren LED Bedienteil
2.) Varta Aufbau Blei Batterie 90AH
3.) Deckenfluter 300Watt als Last
4.) Kleinteile, Kabel etc.

Wegen der kleinen Batterie habe ich den Ladestrom auf den niedrigsten Wert begrenzt. (Dip Switch 2 und 8 on, sowie 4,5 und 6 off)
Auf den FI Schalter verzichte ich im Testaufbau, da ich eh nur eine Steckdose für den Deckenfluter anschließe. Mehr als die 300Watt Last möchte ich auch nicht verwenden, da ich natürlich dünnere Leitungen für den Testaufbau verwende.
Den Temperatursensor habe ich auch nur angesteckt und nicht an die Batterie geklebt. Und im Pluskabel habe ich eine 40Amp. Sicherung, die sollte für den Test reichen.
Für den Remote Schalter (Position 8 in der Einbauanleitung) habe ich eine Drahtbrücke eingesetzt.
Dann habe ich ein altes Verlängerungskabel geopfert indem ich es in der Mitte durchgeschnitten habe. Die Seite mit dem Schuko Stecker habe ich links an den 230 Volt Eingang (AC IN) angeschlossen und die Seite mit der Kupplung an den 230 Volt Ausgang (AC OUT).
Ich habe zuerst sorgfältig die Batterie angeschlossen. Nicht erschrecken, wenn das Gerät nach dem Anschließen sich nicht starten lässt. Um das Gerät zu starten, muss ein Remote Schalter (Siehe Punkt 8 der Einbauanleitung.) angeschlossen und eingeschaltet sein, oder der Dip Switch Nr. 10 muss auf on stehen. Das Gerät ließ sich dann über die Fernsteuerung einschalten. Und wie erwartet funktionierte der 230Volt Deckenstrahler im Wandler Betrieb.
Nach dem Einstecken des Schuko Steckers lies sich das Gerät als Ladegerät für die Batterie einsetzen. Das habe ich dann nach kurzer Zeit angebrochen, weil auch 30Amp. für diese Batterie reichlich viel ist.
Bei der Montage der 12 Volt Hochstrom Anschlüsse, empfehle ich die Kontaktstellen (Anschlüsse) mit 1600er Schmirgelleinen zu reinigen um die Oxidschicht zu entfernen. Danach dünn mit NOALOX Anti-Oxidant bestrichen (sparsam) um zu verhindern, das die Kontakte erneut oxidieren.

Auf zwei interessante Features des Gerätes möchte ich hinweisen. Einige Camping Plätze sind schwach abgesichert um zu verhindern, das die Camper zuviel elektrische Leistung nutzen. Das Gerät hat vorne einen Schalter mit 3 Stellungen. In der Mittelstellung, kann man über den ICC 3000 den maximalen Strom von 16 Ampere ziehen. Wird der Schalter nach oben geschaltet ist die Stromaufnahme, aus dem Netz, auf 3 Ampere beschränkt. Ist der Schalter nach unten geschaltet ist die Stromaufnahme auf 6 Ampere beschränkt. Dies ermöglich den Betrieb bei fast allen Stromverteilern auf Camping Plätzen.
Die Zweite interessante Funktion ist ein Power Boost, dies bedeutet, ich kann die Leistung die aus dem Netz des Stellplatzes entnommen wird, mit der Leistung des Wandlers addieren. So kann ich zum Beispiel einen Elektrogrill anwerfen, der 2000 Watt verbrät (2000 Watt geteilt durch 230 Volt ergeben rund 9 Ampere). So könnte ich zum Beispiel 3 Ampere vom Camping Platz mit 6 Ampere aufstocken, welche der Wandler aus der Batterie entnimmt, entsprechende Batterie Kapazität vorausgesetzt. Dieses bieten nicht viele Wandler an.

Eine ausführliche Einbau Reportage mit Bildern liefere ich nach, wenn das Gerät ins Wohnmobil eingebaut wird.
icc.jpg
Ich habe jetzt auf Rückfrage von Büttner die Antwort bekommen, das nur die Geräte ausgeliefert werden, welche auf der Frontplatte den Schalter und die LED´s für die Leistungsanzeige haben.



Wird fortgesetzt
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Re: Test MT ICC 3000 SI-N/120A Wechselrichter 3.000 Watt / Ladegerät 12V 120A IUoU

#2 Beitrag von RNI »

echte Fleißarbeit dieser Text. Gut gemacht.
Ich hatte mir auch überlegt auf dein Angebot einzugehen, aber diese Leistung werde ich nie brauchen.
Ich werde keine Klima daran betreiben und dann ist mir das zu schwer mit fast 20kg. Ich habe eh ein Gewichtsproblem, bei mehr als 2 Personen.



dieter
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Re: Test MT ICC 3000 SI-N/120A Wechselrichter 3.000 Watt / Ladegerät 12V 120A IUoU

#3 Beitrag von dieter »

Ja, aber ein 2000 Watt Gerät aus Chinesischer Fertigung kostet zwar viel weniger und wiegt knapp 8kg aber ich bezweifele sehr ob es die Qualität von Büttner oder TBS erreicht. Bei einen China Kracher, zahlst man möglicher weise drauf.
(Wer billig kauft, der oft zweimal kauft.)
Den Gewichtsunterschied holt man wieder raus indem man seine Blei Batterien gegen Lithium Batterien tauscht. Das ist bei so einen Teil auf alle Fälle sinnvoll.



frank
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Re: Test MT ICC 3000 SI-N/120A Wechselrichter 3.000 Watt / Ladegerät 12V 120A IUoU

#4 Beitrag von frank »

Vom Gewicht eines Wandlers kann man nicht immer unbedingt auf die Qualität schließen , es gibt da nämlich 2 unterschiedliche Ansätze.
Zum einem, wie TBS / Büttner dies macht, dies ist ein niedrig Frequenz Wandler, welcher bei 50Hz läuft und deswegen 2 schwere Ring Kern Transformatoren enthält, welche den Großteil des Gewichtes ausmachen.

Anders geht es mit einem Wandler, welcher mit hohen Frequenzen (ca. 5 bis 9khz.) läuft. Der darin enthaltene Transformator läuft auf Grund der hohen Frequenz effektiver und kann erheblich kleiner / leichter sein.
Fast alle heutzutage erhältlichen Schaltnetzteile arbeiten so. Beide Techniken haben Ihre Vor und Nachteile.



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